Psychologie und Beratung
Berufsbegleitende Ausbildung zum/zur Christlichen BeraterIn
Und nicht selten spüren sie dann, dass sie effektiver helfen könnten, wenn sie über mehr Kompetenz und Wissen verfügen und geistliche Quellen besser aufschließen könnten.
Monika Heß, Kursleitung
Lebenswege begleiten. Glauben stärken. Orientierung geben.
Erfahren Sie mehr über uns und diesen Kurs bei einem Online-Infoabend oder im Kurshandbuch oder melden Sie sich per Mail: Monika Heß
Unsere Teilnehmenden werden befähigt, Ratsuchenden kompetent zur Seite zu stehen und die Ressourcen eines gesunden und mündigen Glaubens für die Lebensgestaltung zu fördern.
Während der Ausbildung bekommen alle Teilnehmenden Raum für beziehungsorientierte Erfahrungen und Wachstumsprozesse in ihrer eigenen Gottesbeziehung und sie lernen, Ratsuchenden in deren Einzigartigkeit zu begegnen, ihre Nöte zu verstehen und ihnen fachlich fundiert beizustehen.
Als Christliche BeraterInnen (IGNIS) engagieren sie sich anschließend in ihren Gemeinden oder Gemeinschaften oder bringen das Erworbene in ihre bisherige berufliche Tätigkeit ein. Andere arbeiten in bereits bestehenden Beratungsstellen oder Seelsorgeeinrichtungen mit oder bauen eine eigene selbständige Beratungsarbeit auf (hier finden Sie unsere akkreditierten Absolventen, die einen eigenen Beratungsdienst aufgebaut haben).
Eine Zertifizierung der gesamten Ausbildung durch die Association of Christian Counselors Deutschland (ACC-Deutschland) besteht seit September 2006 (siehe www.acc-deutschland.org ).
Christliche Beratung
1. Was ist christliche Beratung?
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- Christliche Beratung ist (Lebens-, Ehe-, Familien-)Beratung, die durch Christinnen und Christen geleistet wird und die aus dem christlichen Glauben erwachsene Weltwahrnehmungen und Wertüberzeugungen in die Beratung einbezieht. Sie ist offen für alle Menschen, die sie in Anspruch nehmen wollen, unabhängig von ihrer Religion oder Weltanschauung.
- Die Beratung ist ein gemeinsamer selbstreflexiver Prozess von ratsuchenden und beratenden Personen im Blick auf die von den Ratsuchenden benannten Fragen, Zielen und Konflikten in ihrer Lebenswelt. Sie folgt dem Beratungsverständnis und den Beratungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB).
- Beratende erwerben die Qualifikationen, die für die von ihnen angestrebte Beratungstätigkeit erforderlich sind, und wenden sie fachgerecht an. Sie wahren professionelle Distanz und Unabhängigkeit, sind sich ihrer Rolle bewusst, reflektieren das eigene Handeln systematisch (z.B. in Supervision) und bleiben lern- und veränderungsbereit.
2. Wie wird der Glaube in die Beratung einbezogen?
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- Die Beratung geht davon aus, dass die individuellen Weltwahrnehmungen und Wertüberzeugungen der Ratsuchenden deren Identität mitbegründen und stärken und ihr Erleben und Verhalten beeinflussen. Religiöse Überzeugungen und Praktiken können für die Beratung sowohl eine Ressource als auch eine Gefährdung darstellen und bedürfen von daher der Reflexion.
- Beratende bieten Ratsuchenden auch ihre Wahrnehmungen im Blick auf die spirituellen Aspekte und Implikationen ihrer Anliegen an und laden zur Reflexion ein. Ob und wie weit religiöse Überzeugungen in die Beratung einbezogen werden, liegt in der Entscheidung der/des Ratsuchenden. Die Beratung dient grundsätzlich nicht dazu, Ratsuchenden die Überzeugungen der/des Beratenden nahezubringen.
- Die Beratung kann als offenes Angebot religiöse Praktiken einbeziehen, wenn diese der/dem Ratsuchenden in ihrem Vollzug wie in ihrer Bedeutung transparent sind und aller Voraussicht nach eine unterstützende Wirkung für den mit dem/der Ratsuchenden vereinbarten Prozess haben können.
- Beratende sind sich bewusst, dass spirituelle Vorerfahrungen individuelle Prozesse positiv oder negativ mitbestimmen. Sie gehen achtsam mit allen Äußerungen und erkennbaren Gemütsbewegungen des Ratsuchenden um, hinterfragen die verwendeten religiösen Chiffren und suchen die Verständigung über deren Gebrauch und Bedeutung. Beratende versuchen auf geeignete Weise, sich entwickelnden Prozesse verständlich und nutzbar zu machen.
- Von Ratsuchenden angestrebte Beratungsziele, insbesondere solche mit spirituellen Implikationen, werden sorgfältig auf ihre Motive und Verwirklichungschancen hin reflektiert – im Sinne eines „Informed Consent“. Die Beratung bleibt ungeachtet gemeinsam formulierter Ziele ergebnisoffen. Sie rechtfertigt sich nicht erst durch die Erreichung bestimmter Ziele und kann im Prozess zu veränderten Zielvorstellungen führen.
3. Warum bieten wir christliche Beratung an?
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- Religiosität und Spiritualität gehören zum Menschsein und sollten im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung und Behandlung gewürdigt werden, und zwar zunächst unabhängig davon, ob sie für die konkrete Beratungssituation einen Nutzen versprechen oder nicht.
- Die im 20. Jahrhundert recht verbreitete Kritik oder gar Pathologisierung des Glaubens ist heute nicht mehr angemessen. Spiritualität und Glaube wurden in den letzten Jahrzehnten intensiv beforscht und als wichtige bio-psycho-soziale Ressource und Resilienzfaktor erkannt. Der Glaube ist sowohl für Ratsuchende als auch für Beratende identitätsbildend und sinnstiftend – das zeigt sich nicht nur in Zeiten persönlichen Erfülltseins, sondern auch und gerade in Zeiten von Krisen und existenziellen Erschütterungen.
- Ratsuchende, für die Gott bzw. der Glaube Lebensanker und Orientierungspunkt ist, suchen daher oft eine Beratung, die ihren Glauben versteht und einbezieht. Die Therapieforschung hat gezeigt: Finden Therapeuten oder Beratende eine Erklärung des Problems, die dem/der Ratsuchenden verständlich gemacht werden kann und in sein/ihr Weltverständnis passt und leiten sie daraus ein konsistentes und dem/der Ratsuchenden einleuchtendes Vorgehen ab, sind das wichtige Wirkfaktoren. Wenn sich Ratsuchende in Glaubensfragen verstanden fühlen, erleichtert das zudem den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.
- Auch für christliche Berater/innen ist ihr Glaube oft ein wichtiger Teil ihrer Berufsmotivation. Gerade wenn mit einem vielfältigen, eklektisch ausgewählten Methodeninventar gearbeitet wird, kann ein professionell reflektierter eigener Glaube von Beratenden als sinnstiftender Handlungsrahmen wirken und zur Methodenintegration beitragen. Die Perspektiven des Glaubens und der Wissenschaft können sich gegenseitig ergänzen und werden deshalb konstruktiv aufeinander bezogen.
- Manchmal zeigt sich, dass Glaubensüberzeugungen von Ratsuchenden eher Lebens- oder Beratungshindernisse darstellen. Besonders dann sind Beratende gefragt, die mit Einfühlungsvermögen und religiösem und kulturellem Hintergrundwissen gesunde Impulse setzen können, ohne tragende Überzeugungen von Ratsuchenden übermäßig anzugreifen. Die entsprechenden Ausbildungen vermitteln daher auch theologische Analyse- und Interventionskompetenzen und fordern Beratende zur intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Glaubensbiografie heraus.
- Christliche Beratung versteht religiös-weltanschauliche Aspekte als eine eigenständige Perspektive auf das Ganze des Lebens. In dieser Perspektive sieht sie den Menschen in all seinen Lebensbezügen vor dem Gott, dem am Gelingen des Lebens liegt, und kann hieraus Zuversicht und konkrete Impulse gewinnen, auch in schwierigen Situationen.
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