Glaube, Psychologie, Leben

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Die Bibel in der Beratung – ein immer wieder neues Thema

Mit und über die Bibel wird gestritten. Ebenso darüber, ob und welchen Platz sie in Beratungsgesprächen haben soll. Das geht von unverzichtbar bis unmöglich.

Wenn wir uns persönlich auf Gott und Sein Wort einlassen, erleben wir, dass es nach wie vor aktuell, lebendig, voller Weisheit und Kraft ist. Erleben aber auch, dass es Durststrecken, Zweifel und Widerstände beim Lesen gibt, und dass manche Lehre oder mancher Gebrauch von Gottes Wort verletzt und in die Irre führt.

Wie können wir, gegründet in einem eigenen fruchtbaren Lesen der Bibel, deren heilsame Botschaft auch an Ratsuchende auf eine Art weitergeben, die an ihrer Situation anknüpft, ihre Antworten achtet und nachhaltige Lebensimpulse vermittelt? Denn das will das geschriebene Wort Gottes bewirken!

Wolfram Soldan hat langjährige Erfahrungen aus der Beratungspraxis und bereits in vielen Kursen über den Umgang mit der Bibel im Beratungskontext gelehrt. Hören Sie im Podcast, was er dazu im Gespräch mit Susanne Krieger sagt.

>>> „Die Bibel in der Beratung“ IGNIS-Podcast vom März 2025

Und schon bei unserer Online-Jahrestagung 2021 hat Wolfram Soldan zu diesem Thema gelehrt und hier sind einige seiner praktischen Anregungen, die er damals weitergegeben hat. Man kann sie für das persönliche Lesen der Bibel nutzen oder auch für einen anschließenden Austausch in der Gruppe oder als Übung für Ratsuchende:

Identifikatorische Selberlesen – „Ich bin jetzt mal …“:
Lies einen Abschnitt aus der Bibel (z.B. Lukas 15,11-35) mehrmals durch, um damit in Kontakt zu kommen.
Versetze Dich beim wiederholten Lesen in verschiedene Personen hinein. Durchlebe die Geschichte in diesen Perspektiven.

Icherzählung / Personenstudie – „Wenn ich … gewesen wäre …“:
Sammle alle (soweit es dir möglich ist) verfügbaren Bibelstellen und Informationen zu einer Person in der Bibel. Entwerfe die Geschichte der Person aus der Ich-Perspektive und formuliere dann als Ich-Erzählung. (Dazu gibt es zwei Beispiel aus einem früheren Blogtext: >>> “Weihnachten und Martha und Maria” oder >>> “Der reiche Jüngling – wie mag sein Leben wohl weitergegangen sien?”)

Langsames wiederholtes Vorlesen – „Einweichen lassen“ (Übung zu zweit – aber es kann auch interessant sein, sich selbst laut vorzulesen):
Wähle einen dir persönlich wichtigen Vers. Lass ihn Dir von einer Person sehr langsam vorlesen, so oft Du magst. Tauscht euch darüber aus, was ihr beim Zuhören und Vorlesen erlebt und erkennt.

Herzliche Einladung, die vielen Schätze der Bibel zu entdecken und ins Leben zu bringen!

Agnes May (März 2025)